
Heute ist es so schön warm hier im Gehege – dank des Gewächshauses sogar wärmer als in Saloniki! Die Frühlingssonne scheint durch die Glaswände und wärmt die Steine, bis sie sich angenehm anfühlen. Ein perfekter Tag für eine kleine Klettertour.
Ich mache mich also auf den Weg. Langsam, aber bestimmt taste ich mich vorwärts. Zuerst der kleine Felsvorsprung am Eingang – mit den Vorderbeinen ziehe ich mich hoch, die Hinterbeine finden Halt in den Ritzen. Schon nach wenigen Zentimetern muss ich pausieren, atme tief die warme Luft ein und spüre die Sonne auf meinem Panzer.

Das Foto zeigt mich mitten in der Action: Kopf erhoben, alle Viere im Einsatz, konzentriert auf den nächsten Griff. Man sieht die typischen Muster meines Panzers im Sonnenlicht und wie ich mich zwischen den Steinen hindurchzwänge.
Weiter geht es über die mittlere Steinplatte. Sie ist glatt, aber nicht zu steil. Ich nutze eine kleine Unebenheit als Stufe und schiebe mich Zentimeter für Zentimeter nach oben. Manchmal rutscht ein Fuß ab, aber ich finde schnell neuen Halt. Das ist das Schöne am Klettern: Jeder Stein, jede Ritze ist eine neue Herausforderung.
Oben angekommen mache ich eine längere Pause. Von hier habe ich einen guten Überblick über mein gesamtes Reich. Ich sehe die frischen Grashalme, die ich später noch besuchen werde, und den schattigen Platz unter dem Busch, der für die Mittagshitze reserviert ist.
Die Kraxelei lohnt sich immer. Nicht nur, weil ich oben eine bessere Aussicht habe, sondern weil ich spüre, wie meine Muskeln arbeiten, wie ich mich konzentrieren muss und wie stolz ich bin, wenn ich es geschafft habe. Es sind diese kleinen Abenteuer, die den Tag besonders machen.
Nach einer Weile klettere ich vorsichtig wieder hinunter – das ist oft die kniffligere Aufgabe. Aber heute geht alles gut. Unten angekommen, suche ich mir ein sonniges Plätzchen und ruhe mich aus. Die Klettertour hat mich müde, aber glücklich gemacht.
Wer weiß, vielleicht kraxele ich morgen wieder – wenn die Sonne wieder so einladend scheint.
– Wilma